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Written by: Reisen

Im Hochschwarzwald lebt die „Stubede” wieder auf

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Hüttenabende gibt es vielerorts, die Stubede hingegen nur im Schwarzwald. Ab Ende Oktober lässt die Ferienregion Hochschwarzwald diese ursprüngliche Tradition wieder neu aufleben – mit einer eigens ausgebauten mobilen Schwarzwald-Stube und einer Roadshow in deutschen Großstädten, mit einem Ausbau-Wettbewerb zum Mitmachen und einer breit angelegten Werbekampagne unter dem Titel „Wir nennen es Stubede”.

Was gibt es Schöneres an kalten Winterabenden? Wenn man aus dem Schnee in die warme Stube kommt, das Holz im Kachelofen knistert, der heiße Tee in der Tasse dampft und in geselliger Runde mit Freunden, Nachbarn und der Familie erzählt, gespielt, gesungen und gelacht wird – dann kann man spüren, wie sich ganz allmählich eine wohlige innere Wärme ausbreitet. Die Tradition der Schwarzwälder Stubede ermöglicht genau dieses Gefühl der Entspannung, der Gemeinschaft und Geborgenheit. Und beinhaltet noch so viel mehr.

Selbst erfahren können Gäste wie Einheimische das im bevorstehenden Winter. Dann lebt die Stubede im Hochschwarzwald neu auf. Unter dem Titel „Wir nennen es Stubede” soll das ursprüngliche Brauchtum durch eine breit angelegte Werbekampagne wieder ins Bewusstsein gerufen, neu interpretiert und in die heutige Zeit übertragen werden. Dazu wurde eigens eine rollende Schwarzwald-Stube auf vier Rädern ausgebaut, mit der die Kampagne im Januar 2023 in deutsche Großstädte getragen wird. Bereits an den vier Adventswochenenden wird diese mobile Stubede im Hochschwarzwald beim Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht zu erleben sein. Zudem wird über das ganze Winterhalbjahr hinweg mittels Online-Werbung auf vielbesuchten Webseiten und durch Beiträge in den sozialen Medien auf die Stubede aufmerksam gemacht. Neugierig gewordene Nutzer:innen werden auf www.hochschwarzwald.de/stubede geleitet, wo die vielfältigen Facetten der Stubede aufgezeigt werden. Aktiv und kreativ können Hobby-Bastler:innen bei einem Ausbau-Wettbewerb werden, indem sie einen Bauwagen oder ihre Gartenhütte in eine stilechte Schwarzwälder Stube verwandeln. Die originellsten Einsendungen werden bei der Prämierung Ende März mit attraktiven Preisen belohnt.

Alte Tradition mit aktuellem Hintergrund
Die Ursprünge der Hochschwarzwälder Stubede liegen Jahrhunderte zurück, die Hintergründe könnten jedoch aktueller kaum sein: Um Ressourcen wie Licht und Wärme möglichst effektiv zu nutzen, kam man einst auf den Schwarzwaldhöfen an den dunklen Winternachmittagen und -abenden in der Bauernstube zusammen. Oftmals stießen noch Bewohner:innen von benachbarten Höfen hinzu. Daher stammt die alternative Bezeichnung „z’Licht go” („zum Licht gehen”) oder „Lichtgang”, die vor allem im nördlichen Hochschwarzwald gebräuchlich ist. Auf der warmen Ofenbank wurden alltägliche Handarbeiten wie Stricken, Nähen oder Spinnen erledigt, es wurden Strohschuhe gefertigt oder kunsthandwerkliche Arbeiten verrichtet. Nebenbei unterhielt man sich, tauschte Neuigkeiten aus, erzählte sich Geschichten und Sagen oder spielte Karten – vornehmlich das Schwarzwald-typische Cego. Oder jemand holte ein Instrument hervor und man begann zu musizieren und zu singen, oft bis spät in die Nacht.

So entwickelte sich die Stubede zu einem regionalen Kulturgut, das in den vergangenen Jahrzehnten zwar nicht mehr im selben Maß gepflegt wurde wie in früheren Zeiten, aber immer noch sinnbildlich steht für das Hochschwarzwälder Lebensgefühl in den Wintermonaten. Heutzutage sind es vor allem Attribute wie Gemeinschaft, Gemütlichkeit und Ursprünglichkeit sowie die Begegnung mit Menschen und ihren Traditionen, die den Reiz der Stubede ausmachen und dabei aktuelle Trends und Bedürfnisse bedienen.

Diese Aspekte an Gäste wie an Einheimische zu vermitteln, ist zentrales Ziel der Kampagne, die auf die kommenden beiden Winter-Halbjahre angelegt ist. In dieser Zeit sollen Stubede-­Abende zum Dabeisein und Mitmachen vermehrt angeboten werden – etwa im Rahmen von Konzerten, Lesungen oder Kunsthandwerk-Kursen mit Einheimischen, etwa zum Strohschuhmachen.

Schlagwörter: , Last modified: 22. November 2022